Im September wird am Beispiel des Projekts Baarermatte der Bauherrschaft Allreal-Gruppe in Baar exemplarisch gezeigt, wie treibhausgasarmes Bauen bereits vor dem ersten Planungsstrich beginnt: mit einer nüchternen Analyse, klaren Zielvorgaben und dem Mut, Gewohnheiten zu hinterfragen.
Ausgangslage war ein Bürogebäude aus dem Jahr 1981 mit veralteter Gebäudetechnik und einer Ausnutzungsreserve von rund 8'000 m². Früh legte die Bauherrschaft ein ambitioniertes Ziel fest: maximal 6 kg CO₂eq/m²a EBF – sowohl für Erstellung als auch Betrieb. Dieses Ziel wurde nicht erst im Bauprozess, sondern bereits im Studienauftrag als verbindliches Beurteilungskriterium verankert. Alle vier eingeladenen Architekturbüros mussten die Einhaltung des Nachhaltigkeitsziels mittels eines eigens entwickelten Tools nachweisen.
Das Ergebnis überraschte: Das Siegerprojekt von Roman Hutter Architektur, Luzern, erreichte den tiefsten CO₂-Wert – mit einer Weiternutzung von lediglich 5 % des Bestands. Das Projekt mit dem höchsten Bestandsanteil (80 %) wies hingegen den schlechtesten Wert auf. Eine wichtige Erkenntnis für die Planungspraxis: Der Erhalt eines Gebäudes führt nicht zwingend zu einem Nachhaltigkeitsvorteil. Erst eine präzise Variantenanalyse macht sichtbar, welche Strategie tatsächlich zielführend ist.
Im Webinar beleuchten wir, wie diese frühe Planungsphase strukturiert werden kann. Welche Grundlagen braucht es für eine belastbare Variantenanalyse? Wie lassen sich Nachhaltigkeitsziele bereits im Studienauftrag operationalisieren? Zudem werden die Herausforderungen erläutert, die im Laufe der Projektentwicklung aufgetreten sind, sowie die Rolle, welche die Festlegung eines CO₂-Zielwertes im Wettbewerb bzw. die Betrachtung nach SIA 2040 im Verlauf des Projektes gespielt hat, um die richtigen Hebel zu aktivieren.